Mittwoch, 9. April 2014

Ecuador, Part 2: Indígenas, Unterricht, Familie & wieso ich keine Fotos von mir wollte...

Hola chiquis! :)

Wie die Überschrift schon zeigt, gibt es in diesem Blogpost die Fortsetzung meiner Ecuador Schüleraustausch Erfahrung. Falls ihr den ersten Teil noch nicht kennt, findet ihr ihn hier.

Weil man unmöglich schafft, vier Wochen neue Erfahrungen und Eindrückte in einen Blogpost zu schreiben, kommt nun in diesem Teil etwas über die Indígenas, die Ureinwohner Ecuadors, der Unterricht in einer Südamerikanischen Privatschule, meine Erfahrungen mit der Gastfamilie und wieso es aus  dem gesamten Monat, in dem ich in Südamerika war, fast keine Fotos von mir gibt. Eigentlich hatte ich noch vor, etwas über den Dschungel zu schreiben, aber mir ist aufgefallen, dass es darüber vielleicht am meisten zu berichten gibt und deshalb wird diesem Thema dann nochmal ein extra-Post gewittmet, der in ein paar Tagen folgen wird. :)

Die Indígenas
Die Ureinwohner Südamerikas werden Indígenas genannt. Sie sind vorwiegend Bauern, leben also auf dem Land, aber es gibt auch einige, die in den Städten leben und dort zum Beispiel handwerklich hergestellte Souveniers für die Touristen verkaufen.


Einer dieser großen Indígenasmärkte ist zum Beispiel in Otavalo, einer kleinen Stadt am Rande des Dschungels. Der Markt ist wirklich riesig! Und diese Indígenas-Sachen sind so wunderschön und jedes einzelne Teil ist einzigartig. Außerdem sind die Ureinwohner so, so liebe Menschen. Auf den Märkten verkaufen sie ihre Ware zu extrem niedrigen Preisen, was mir extrem Leid tat. Natürlich war es auch ein Vorteil, da ich wirklich sehr viel dort gekauft habe, besonders als Mitbringsel für meine Familie & Freunde in Deutschland. :)

Andere Indígenas leben wie gesagt auf dem Land - oder besser gesagt: im Dschungel. Wir haben dorthin einen Ausflug gemacht und uns bei der Gelegenheit eine Dschungelschule der Indígenas angesehen und dort den Tag verbracht. Es ist so ein krasser Unterschied zu Deutschland (natürlich), aber auch zu den Schulen in der Stadt. Die Menschen leben im Dschungel quasi von nichts. Alle waren beeindruckt von unseren Kameras, von unseren Handys, von unserer Kleidung. Sie selbst haben nicht viel zum Leben und es war eine einzigartige Erfahrung, uns eine Schule von den Indígenas anzusehen - und auch dort haben wir die Gastfreundlichkeit gespürt, die sie einfach jedem, wirklich jedem entgegenbringen!

Die Dschungelschule

Ein Spiel der Indígenas: man klettert ohne Hilfe einen Baum hoch, in dessen Ästen Dinge hängen, wie eine Flasche Cola etc. Hast man es geschafft, dort hochzuklettern, bekommt man diese Dinge. Auch wir Deutschen haben probiert, hochzuklettern. Selbst der Stärkste von uns hat es keinen Meter weit geschafft.
Bei den Indígeas ganz normal: Lebendige Würmer essen (schlechte Qualität, sorry.)
Ein großes Problem der Indígenas ist, dass sie von der Gesellschaft nicht angesehen werden. Viele von ihnen leiden sehr unter der Unterdrückung der Nicht-Indigenen Bevölkerung. Ich für meinen Teil finde das einfach schrecklich, weil kaum jemand so lieb und gastfreundlich war, wie die Indígenas, mit denen wir in Kontakt kamen.

Der Unterricht in einer südamerikanischen Privatschule
Zuerst muss ich sagen, dass ich in Hannover auf ein relativ strenges Gymnasium gehe, wo die Lehrer viel von uns fordern, aber auch meistens viel bei rauskommt.
In Ecuador begegnete mir genau das Gegenteil. Die Schule, das Colegio Alemán de Quito, ist eine wunderschöne, große und moderne Schule, mit Schwimmbad, Sportplatz, Bibliothek, freiem W-lan, Mensa, Kiosk, duzenden AG's, einer riesigen Aula, einer eigenen professionellen Band und und und... überall wimmelt es von Palmen und Grünkram, überall wachsen Blumen, spielen Kinder. Auf dem Schulgelände sind alle Altersklassen vertreten, vom Kindergarten bis zu den Abiturienten. Die Schule bietet nämlich die Möglichkeit, ein deutsches Abi zu bekommen, und somit die Chance, in Deutschland oder der Schweiz studieren zu können.
Ein winziger Teil des unnormal großen Pausenhofs
Die Aula und der Vorplatz der Schule
Die Schüler werden mit Schulbussen zur Schule gebracht und auch wieder abgeholt. Man kann nicht einfach so nach Hause gehen, denn die Busse fahren nachmittags nur um zwei Uhrzeiten. Man kann das Schulgelände auch nicht einfach so verlassen, es gibt sogar Wachmänner.
Das Problem ist, dass das CAQ (Colegio Aleman de Quito) sehr viel Schulgeld kostet. Das widerum heißt, dass die Schüler mit dem Gedanken in die Schule gehen "Hier muss ich mich nicht benehmen! Immerhin bezahlen meine Eltern die Lehrer, dann darf ich hier auch machen, was ich will, und rausschmeißen wird man mich nicht, egal ob ich gut oder schlecht in der Schule bin!" In Ecuador ist es keine Selbstverständlichkeit, zur Schule zu gehen. Die Schüler sind deshalb im Unterricht mehr schlecht als Recht bei der Sache. Im Prinzip hört niemand dem Lehrer zu, die Schüler strengen sich nicht an, aber sie haben trotzdem ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu ihren Lehrern - für uns Deutsche total untypisch.

Das Verständnis von Familie
Die 4 Wochen haben wir in Ecuador in Gastfamilien verbracht. Mein Gastschüler war ein Junge, er hatte aber noch einen kleineren Bruder und einen Hund. Im Prinzip haben aber noch viel mehr Leute im Haus gewohnt, das aus drei Etagen bestand, und in jeder Etage wohnte ein kleiner Teil der Familie.Unten Cousinen und Cousin, im zweiten eine Tante und ganz oben wir. Mein Gastbruder, Juan Pablo, hatte allerdings noch gefühlte 50 andere Onkel und Tanten - echt krass, wenn man betrachtet, dass ich jeweils einen habe und keinerlei Cousinen oder Cousins.

Blume - ja, sie hat einen deutschen Namen, und sie ist so verdammt flauschig, sehr euch nur die Ohren an. :D
Das Familienverständnis ist auch etwas total anderes als in Deutschland. Ihr kennt das doch bestimmt, dass man sich mal mit seiner Mutter streitet, in sein Zimmer rennt und sich schwört, nie wieder ein Wort mit ihr zu reden. In Ecuador gibt's das nicht. Ich habe kein mal erlebt, dass sich Juan Pablo oder sein Bruder Leo mit ihrer Mutter oder ihrem Vater gestritten haben. Kein Mal, in einem ganzen Monat. Die Familie ist in Ecuador das Wichtigste, was es überhaupt gibt. Mit ihr verbringt man auch die meiste Zeit. Ich habe mich fast jeden Nachmittag mit irgendwelchen Cousins oder Cousinen getroffen, wir haben draußen Basketball oder Fußball gespielt, waren mit dem Hund draußen, haben Fotos gemacht, haben uns beim Kiosk Eis gekauft oder einfach nur einen Filmeabend gemacht. Auch mit Juan Pablo's Eltern habe ich viel Zeit verbracht. Wir waren zusammen im Kino, shoppen (in Ecuador kann man verdammt gut shoppen gehen!) oder im Park spazieren.


 Auf den Bildern ist ein winziger Teil der Familie zu sehen, bei unserm Ausflug in den Dschungel (darüber werdet ihr im nächsten Ecuador-Post noch mehr zu lesen kriegen!).

...aber wieso gibt es denn keine Bilder von mir!?
Ungelogen. Ich habe vielleicht 10 Bilder in Ecuador von mir gemacht, nämlich ungefähr die ersten 5 Tage. Auf denen sehe ich total fertig aus, deshalb sind sie nicht wirklich toll geworden. Aber nach diesen 5 Tagen gab es fast keine Bilder mehr von mir, weil ich in Ecuador einen kleinen Unfall hatte. Es war irgendwie klar, dass mir sowas passiert, auch wenn ich selber total überrascht und extrem fertig deswegen war.
Man kann alles eigentlich ganz kurz zusammenfassen. Es hat geregnet, ich bin gelaufen, um mich unterzustellen, bin auf dem nassen Boden ausgerutscht, auf den Mund gefallen, einen Moment später aufgestanden, sofort gemerkt "Da stimmt was nicht!", mir an den Mund gefasst und gemerkt dass alles voller Blut war. Freunde haben sofort einen Lehrer geholt (es ist in der Schule passiert) und der hat mich in den Krankenflügel gebracht (sowas gab's am CAQ).  Lange Rede, kurzer Sinn: zwei Zähne, darunter direkt der vordere rechte Schneidezahn, sind abgebrochen, mein Kinn aufgeschürft. Meine Lehrerin ist sofort mit mir am nächsten Tag zu einem deutschen Zahnarzt gefahren, der in Quito eine Praxis hat. Ich habe sowieso schon immer empfindliche Zähne gehabt, und mit diesen abgebrochenen Zähnen waren es vielleicht die schlimmsten Schmerzen, die ich je hatte. Der Zahnarzt meinte, dass ich noch fast Glück gehabt habe, da das Stück Zahn gerade mal knapp 2 Millimeter von der Wurzel entfernt abgebrochen ist - hätte es die Wurzel auch erwischt, wäre der Zahn abgestorben. 
Er hat mir dann einige Tage später ein Stück künstlichen Zahn draufgesetzt, allerdings blieb die Wunde an meinem Kinn und ich hatte auch die nächsten Wochen keine Lust mehr auf Fotos, da man immer noch sieht, wo der Zahn abgebrochen ist. 
Glück im Unglück, könnte man sagen.
Dafür habe ich jetzt - mit 16 Jahren - zum zweiten Mal eine Zahnspange. Durch den Sturz haben sich meine Zähne verschoben, denn ich hatte schon fast 3 Jahre zuvor eine Spange gehabt und war heilfroh, sie losgeworden zu sein - falsch gedacht. Jetzt habe ich wieder eine, hoffe aber, sie bald loszuwerden.


So, das war jetzt der zweite Teil meiner Ecuador-Reise! Der nächste Teil folgt nächste Woche und geht ausschließlich über den Dschungel - darüber gibt es so viel zu erzählen und so, so viele Fotos zu zeigen! :)

Übrigens werde ich ab morgen bis Sonntag zu meiner Oma fahren und dort habe ich wohl kein Internet, folglichdessen auch keine Chance, einen neuen Blogpost zu verfassen. Ich melde mich dann aber nächste Woche mit einem Neuen zurück, vermutlich wird es ein Haul oder irgendwas, was mit Beuaty zu tun hat. 

xoxo,
Amelia ♥

Kommentare:

  1. Ja schöne Grüsse aus Friedeburg. War letzen Sonntag in Hannover zum Familientreffen und auch zum Beginn der Industrie Ausstellung Hannover Fair. Toll was Du machst. Gefällt mir. Weiter so.
    Reinhard

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  2. Tut mir wirklich leid wenn der Kommentar jetzt doppelt ist, aber genau als ich den anderen Kommentar abgeschickt hatte, gab es irgendeine Störung und irgendwas war mit meinem Internet. Also noch einmal :-)
    Das mit dem Unfall hört sich wirklich schrecklich an :-( Ich freu mich schon auf den 3ten Teil deiner Ecuador Posts ! :-)
    Zu deiner Frage mit meinen Haaren: Ehrlich gesagt wechsel ich wirklich sehr oft mein Shampoo, und hau mir ab und zu im laufe der Woche mal eine Kur in die Haarlängen. Aber wenn dich das wirklich konkret interessiert, auch im Bezug auf die Produkte mache ich sehr, sehr gerne ein Haarroutine-Post ! :-)
    Wünsche dir noch einen wundervollen Sonntag Abend ! :-*
    Liebe Grüße, Karina ♡
    http://fashionbyke.blogspot.de/

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  3. Toller Post!
    Das ist wirklich interessant zu lesen :)
    Alles Liebe Sina <3

    vanillacream1.blogspot.com

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  4. Hallo Sücce :) Toller Blog, daher hab ich dich für den 'Liebster Award' nominiert :* Hoffe du freust dich darüber :))

    http://arkadialifestyle.blogspot.co.at/2014/04/liebster-award.html

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Schon im Vorraus allerliebsten Dank für dein Kommentar! Ich freue mich über jedes einzelne und habe leider nicht immer die Zeit, sie alle sofort zu beantworten. Aber sobald ich dafür Zeit habe, werde ich genau das tun! :) ♥

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